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Arbeitsweise > Verfahren

Verfahren beim Restaurieren und Konservieren

Keramikrestaurierung

Mit Fundzetteln versehen kommt die “grabungsfrische” Keramik in die Werkstatt. Hier werden die Scherben zunächst mit Wasser und Bürste gereinigt.

Nach dem Trocknen erfolgt bei brüchiger und mürber Keramik eine chemische Festigung. Nun wird das Material gesichtet und sortiert und es beginnt das Kleben der Bruchstücke. Da überwiegend lediglich Fragmente und nicht komplette Gefäße auf diese Art und Weise entstehen, werden die fehlenden Stellen mit Gips ergänzt.

Abschließend werden aus ästhetischen Gesichtspunkten diese weißen Gipsergänzungen koloriert, das heißt, farblich an das Original angeglichen.

Blockbergung

Hierbei wird ein komplexer Befund mit dem umgebenden Erdreich geborgen und erst später eingehend untersucht.

Auf einer Grabung müssen manchmal komplexe Fundzusammenhänge witterungsbedingt und aufgrund permanenten Zeitdrucks als Block geborgen werden. Dies bezeichnet man als “in-situ-Bergung”. Der Fundkomplex wird mit einer stabilen Konstruktion umgeben und komplett mit der umgebenden Erde in die Werkstatt transportiert.

Hier erfolgt dann mit der erforderlichen Zeit eine Ausgrabung “en miniature”. Alle Details werden gezeichnet, eingemessen und photographiert und später den Grabungsdokumenten beigefügt.

Rekonstruktion (am Beispiel eines Spangenhelms)

Die erhaltenen Originalteile wurden zunächst restauriert, abgeformt und in Wachs kopiert. Die am Original fehlenden Teile wurden in dem Wachsmodell ergänzt (siehe Bild). Mit Hilfe des Wachsmodells wurde eine Silikonform hergestellt, in der ein Abguss aus Kunstharz angefertigt wurde.

Anhand der vorhandenen Originalteile war ersichtlich, welche Teile des Helms vergoldet bzw. versilbert werden mussten.

Durch das Vorbild der erhaltenen Nackenschutzreste war es möglich, ein Geflecht aus eisernen Ringelchen herzustellen, mit dem der Nackenschutz nachempfunden werden konnte.

Bronzegegenstände

Die Restaurierung von Bronzegegenständen erfolgt rein mechanisch mit verschiedenen Werkzeugen.

Verwendet werden vor allem verschiedene Schaber, Skalpelle sowie Ultraschallmeißel (siehe Bild). Überdies können manche Gegenstände mit Glasperlen gestrahlt werden.

Chemische Methoden sollten möglichst vermieden werden, um unkontrolliertes Einwirken auf die Bronze zu verhindern.

Um die Objekte vor äußerem Einfluß zu schützen, erhalten sie nach Beendigung der mechanischen Bearbeitung einen Schutzüberzug.

Eisen

Sobald Eisen ausgegraben wird kommt es mit dem Sauerstoff der Luft in Berührung. Die Folge ist eine beschleunigte Korrosion.

Um die Oberfläche von der Korrosion zu befreien, müssen die Eisengegenstände im Wechsel getränkt und geschliffen werden.

Dazu verwenden wir verschiedene Kunstharze sowie Schnellfrequenzschleifer mit unterschiedlichen Einsätzen.

In manchen Fällen müssen zunächst Röntgenbilder angefertigt werden, damit Verzierungen und andere Besonderheiten bereits vor der Restaurierung erkannt und bei der Bearbeitung individuell behandelt werden können.

Eines der größten Probleme in der Restaurierung stellen die aggressiven Salze in den Eisenfunden dar.

Bei gut erhaltenen, meist mittelalterlichen, Objekten kann die Oberfläche durch Sandstrahlen freigelegt und mit verschiedenen anderen Verfahren vor weiterer Korrosion geschützt werden.
Anschließend müssen allerdings regelmäßige Kontrollen erfolgen. Die in landwirtschaftlichen Düngemitteln enthaltenen Chloride (Salze) werden durch die Überdüngung der letzten Jahre immer aggressiver.

Diese Salze lagern sich im Inneren des Eisens an und lassen sich später kaum noch herauslösen. Sie führen in der Folge zu immer neuer Korrosion.

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