15.02.2018

15. Februar 2018 | Vortrag von F. Mohrwinkel M.A. (Mainz): Familienbande, Status und Skorbut: Die endneolithischen Gräberfelder von Profen (Sachsen-Anhalt)

Spuren von Gelenk- und Mangelerkrankungen sowie zwischenmenschlicher Gewalt, aber auch Hinweise auf die liebevolle Bestattung selbst Neugeborener – all dies lässt sich anhand der Knochen von rund 200 Skeletten erkennen, welche auf mehreren Gräberfeldern im Zeitraum von ca. 2700 bis 2200 v. Chr. beigesetzt wurden.

Profen (Sachsen-Anhalt) - Dokumentation einer Bestattung (Foto: LA Sachsen-Anhalt, Mohrwinkel).

Es handelt sich dabei um rund 300 Gräber der Schnurkeramik-, Glockenbecher- und Aunjetitzer Kultur, die bei Ausgrabungen im Vorfeld des Braunkohletagebaus von Profen freigelegt wurden. Die weit über 1000 Beigaben bestehen zumeist aus Keramik, Feuerstein und durchlochten Tierzähnen, außergewöhnliche Funde wie Bernstein- und Perlmuttperlen oder Kopfschmuck aus Kupfer lassen jedoch auch Rückschlüsse auf einen höheren Status einiger Bestattungen zu. Zudem wird anhand verschiedener Beigaben sowie abweichender Bestattungsriten ein Übergangshorizont von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit erkennbar.

Wir möchten Sie zu dieser Veranstaltung ganz herzlich einladen.



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